Das, was du aus deinem Leben machst, liegt nur an dir selbst!

Gastblog von Janet Ziegler, BrightSideLife – Studentin und Fellow Widow.

Gefragt habe ich Janet, ob Sie mir ein Testimonial schreibt und dieser wundervolle Text kam dabei heraus. Ich darf Janet schon seit über einem Jahr begleiten und I love it! Sie ist schon gefühlte 10cm gewachsen und ihr Lachen ist brighter den je. Von Witwe zu Witwe und von ihrem Herz für eures!

Ich übergebe an Janet:

„Ich glaube, wer im Inneren spürt, dass es Zeit ist wieder aufzustehen und lernt in Liebe zu dem eigenen Verlust zu leben, der findet einen Weg auf seine eigene BrightSide!“

Seit dem 11.11.2019 gehöre ich, nun leider auch nicht freiwillig, zu einer Gruppe, welche in meiner kleinen Welt, vor diesem Datum noch ganz weit am Rand stand. Einer Gruppe von wenigen, durch das Schicksal geprägte und vom Leben gezeichnete Menschen.

Den Witwen, und nun auch den (Altersblick) wirklich jungen Witwen.

Ich stehe in der Blüte des Lebens, in den Zwanzigern lernt man sich kennen, lieben, aufeinander einzugehen, tastet sich an die Bedürfnisse des Anderen heran, stimmt sich aufeinander ein, teilt das Leben und das, was sonst noch kommt. Wir wurden EINS, gründeten eine Familie, kauften ein Haus, lebten für morgen, für unsere Familie, machten Pläne was wir tun werden, wenn die Kinder ihren eigenen Weg gehen. Bis dahin leben wir, wie wir denken, das wir leben sollen! Es gab Tage, da erstickten wir in Arbeit, da wir uns ein Haus leisten wollten und wir gaben uns quasi, die Klinke in die Hand. Grundsatz war aber immer: Einer bleibt bei den Kids und ist für sie da! So verzichteten oft oder notgedrungen, wie einige von Euch vermuten, auf unsere Paarzeit. Er in der Nachtschicht, ich im Tagdienst. Als wir uns den Dreißigern näherten, wurde uns klar, wir brauchen einen neuen Plan, sonst gehen wir, vor die Hunde. Roman gab den Impuls dazu, durch den sich immer ändernden Biorhythmus der Nachtschichten und das Angleichen an seine Familie. Ich kann nicht verschweigen, dass man es Ihm am Stresslevel und Stimmung angemerkt hat, dass er einfach nur noch müde war. Er sagte mal zu mir: „Netty, ich gehe ab nächsten Monat mit den Stunden runter, dann kannst du studieren gehen und ich kann mehr für die Jungs da sein. Im Grunde bist du schon immer alleinerziehend gewesen und jetzt bin ich dran, OKAY!“ Ich liebe Ihn für diese Aussage, spürte jedoch ein Hauch von Traurigkeit und fragte: Baby sag mal, Bist du glücklich?“ Seine Antwort hallte sehr nach, das sag ich Euch! Er sagte: „Hey ich bin glücklich, wenn Ihr es seid und ich kann mir nichts Besseres vorstellen. Ich hatte so viel Glück im Leben! Du hast mich gerettet, wer weiß wo ich sonst gelandet wäre!“ Aber wisst Ihr, auch er hat mich gerettet, mir Impulse gegeben uns gehalten, den Weg gezeigt und noch unglaublich viel mehr.

Diese wundervollen dreizehn Jahre, voller Höhen, Tiefen, Prüfungen, Abenteuer und Wunder mit Ihm, werden mich und meine beiden Jungs auf ewig begleiten. Ich könnte Euch noch so viel mehr berichten, aber am spannendsten ist es bestimmt zu lesen, wie Ich so in der Lage sein kann, über dieses eigene Thema so frei zu schreiben?

Ehrlich, ich weine gerade nicht. Im Gegenteil, ich bin erfüllt von Wärme, Liebe und unsagbar viel Dankbarkeit, diese wenigen, aber intensiven Jahre mit Ihm, ROMAN Ziegler, erlebt zu haben.

Aber WIE, fragt ihr euch? Ich erzähl es EUCH.

DER ABGRUND UND FALL

Am 11.11.2019 starb Roman durch einen Autounfall, er kam von einer dieser Nachtschichten nicht mehr nach Hause. Der Polizeibericht, ja ich habe Akteneinsicht beantragt, spricht von „plötzlich auftretenden Glatteis, woraufhin der Wagen meines Mannes ins Schleudern und auf der Gegenfahrbahn zu stehen kam, woraufhin ein entgegenkommendes Fahrzeug, das Auto meines Mannes mit voller Wucht erwischte. So viel zu den Fakten (Auch hier berichte ich nur über ein Auszug dessen, was ich erlebt und durchgemacht und wofür ich gekämpft habe).

Jeder, so denke ich, kann ungefähr nachempfinden, was dann an diesem Morgen bei uns zu Hause abging.

Dieser Morgen begann schon seltsam, wir warteten auf Roman, da er ja die Kids zur Schule und für den Kindergarten fertig machen wollte, wie jeden Tag in der Woche. Ich hätte schon vor zehn Minuten fahren müssen, um meinen Termin wahrnehmen zu können. Und dann leutete die Klingel!

Wie ein Akt, der im Theater beendet wird!

Wir sind einfach gefallen und spürten Taubheit, Blindheit unglaublich viel Trauer. Es war so als hätte dir jemand die komplette Basis genommen und du fällst und hörst nicht auf zu fallen. Zwischen diesen Gefühlen und dem Denken mit dem Weinen nie wieder aufhören zu können und der Kombination aus lichten, rationalen Momenten und den nicht-wahrhaben-wollens, tauchten auf einmal so Geistesblitze in meinem verwirrten Kopf auf. Sätze, die mich seither packten und auch irgendwie antrieben.

Netty, du bist 34 Jahre alt, du hast noch ein ganzes Leben vor dir, DU hast Kinder, die dich als gutes Vorbild brauchen, Sie brauchen ein „gutes“ (Was ist ein gutes Leben) Leben, brauchen Stabilität, Liebe, Geborgenheit, Sicherheit, Glück und vorallem Ihr Lachen zurück. Aber Wie soll man, diese gerade die aufgezählten Dinge geben, wenn sie einem selbst genommen wurden?

Werde ICH je wieder Glück verspüren, mich darin baden können und andere zu Ihrem Glück gratulieren können? Kann ich je wieder lachen?

Bis dato, verfolgten mich folgende Fragen: Hey, wie geht es dir?, Kann ich dir helfen? Wenn du Hilfe brauchst, melde dich einfach! Hast du eigentlich schon gegessen?

Wie antwortet man darauf? Obwohl es einem auf den Sack geht, weil eh niemand die Wahrheit hören will! Genau: Danke, es geht mir den Umständen entsprechend gut, wir rappeln uns auf. Nein Danke, wir kommen schon zurecht. Unkraut vergeht nicht. Aber im Inneren könntest du schreien, und die Wut voll raus lassen mit so Sachen: Ey, wie soll es uns schon gehen, der Vater meiner Kinder ist weg, wir sind allein und uns geht es natürlich beschissen, ich habe eine Scheiße an den Hacken, aber davon hast du keine Ahnung, weil du gar nicht weißt wie es ist in meiner Haut zu stecken, also erzähl mir nicht, dass du mich verstehst!  Uns wurde von klein auf Anstand eingetrichtert, daher verbot ich mir, diese Dinge auszusprechen. Oh Leute, Ihr kennt das selbst. Ich könnte Bücher schreiben über Dinge, die man noch nicht machen darf, tuen darf, es noch zu früh ist oder, oder, oder… Unglaublich, wieviele Personen auf einmal versuchen über dich und dein Leben zu bestimmen und wissen was gut für dich und die Kinder ist. Leute ich hatte aber Glück, ohne es zu wissen, ich habe einen unglaublich guten Freundeskreis, der dieses oben geschilderte nie in der Form tat. Ich konnte ihnen auch erzählen, dass mich diese Art von Fragen nervt und traurig, sowie wütend macht, da ich selbst nie so recht wusste, was in mir vor geht. Sie luden uns dann einfach auf einen Kaffee ein, um nur locker über Dinge zu reden. Ich glaube auch, dass sie sich untereinander organisiert haben. Ich liebe sie dafür.

Die Suche nach Hilfe…was für eine Hilfe?

Ich forschte etwas nach und interessierte mich für meine Fragen, aber ich konnte nicht verstehen, warum ich auf einmal so einen Sonderstatus habe! Bin ich allein? So Leute, was macht man abends, wenn die Kinder im Bett sind, du selbst auf dem Sofa liegst, dein Ehemann, Freund und Seelenverwandter nicht mehr da ist, um ihn zuzutexten, während die doofe Werbung läuft? Genau: Gucken was Andere so machen! FACEBOOK ! An einem solchen Abend im Februar 2020 fand ich die Gruppe „Witwer/Witwen kommunizieren“, die ich auch gezielt suchte. Ich checkte die Gruppe eine Weile aus, bis ich entschied, und ja es ist eine schwere Entscheidung, mein Schicksal und das meiner Kinder zu teilen. Gute Entscheidung und eine gewinnbringende Erkenntnis: ICH bin nicht allein, und da sind Menschen, die können alle Gefühle nachempfinden, weil sie ähnliche Schicksale haben. Hier war auch Frau Dr. Anne Bielemeier präsent. Ich glaube sie fing gerade an, mit dem Thema „junge Witwen“ an die Öffentlichkeit zu treten. Sie sprach über Glaubenssätze und war der Meinung, dass „in allem negativen, irgendwas Positives zu finden ist“. Diese Frau hat mich gepackt, ich war neugierig, denn sie selbst hat so unsagbar viel Schmerz erleben müssen, aber strahlt wie die Sonne und ich hatte das Gefühl, denn ich sah mir immer ihre Videos an (terminisierte sie sogar, so dass es ein Stück Regelmäßigkeit war) und kam zu dem Entschluss, mit Ihr arbeiten zu wollen. ICH will das auch, was sie hat. Wieder ein Strahlen, ein Lächeln und ein neues Leben. Selbst mein Sohn der damals elf Jahre alt war, fand sie faszinierend, denn irgendwie schafft sie das Thema Tod, also unser Thema: die Trauer um Papa, ins leichte zu ziehen, trotz dessen es eine so tiefe Schwere hat. Im März 2020 war ich bereit mit ihr zu arbeiten. Fünf Monate nach Romans Tod.

Roman, Janet und Leon, als glückliche Familie im Urlaub

Die BrightSideLife Expertin!

Sie war schon im ersten Call so unglaublich geduldig, während meiner nicht enden wollenden Heulkrämpfe. Sie hat was von einer Freundin, die einen gute Tipps und Kniffe zeigt wie man was drehen, schütteln, wenden kann, um einen ganz anderen Blick auf die Dinge zu bekommen. Ich hatte so unglaublich viele Gänsehautmomente, nur durch die Erkenntnis von etwas. Ihr müsst vielleicht wissen, dass ich Grund auf positiv-realistisch und absolut lebendig bin. Diese tiefe Traurigkeit hat mich so sehr ausgeknockt, dass ich nicht mal mehr wusste, wer ich bin. So begann ich mit MIR und für Mich zu arbeiten, und das seit über einem Jahr und mit Annes Begleitung, Unterstützung und Beratung.

Ich wendete mich zu mir selbst.

Wie kann das Arbeiten mit MIR aussehen? Am Anfang stehst du selber im Vordergrund, ohne dabei verpflichtend oder gezwungen zu werden. Anne ist geduldig und nutzt und lebt nach der Devise, dass immer erst das bearbeitet wird, was gerade dran ist und das was dran ist wirst du merken. Dabei stellt sie gezielte Fragen, die viele Dinge ans Licht bringen und manchmal nutzt sie auch liebevolle Strenge, denn dass hat man mal nötig (der allgemeine verbale Tritt in den Allerwertesten) . Durch diese einmalige Art von Trauer – Lebenscoaching wird nicht nur der eine Verlust, der schwere Verlust bearbeitet. Nein, dein ganzes Leben und DU als Persönlichkeit wirst betrachtet auf eine Art die nicht Lehraussagen oder Richtlinien folgt, sondern durch Methoden, welche auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren, die du gerade jetzt brauchst. Sie arbeitet auf der Basis von Ehrlichkeit und Vertrauen und erreicht dadurch, dass tief vergrabene Kisten ans Licht kommen, die irgendwann zu mehr Leichtigkeit führen, wenn man bereit ist, diese zu leeren.

Anne zeigt dir nicht DIE Lösung oder DEN Weg, Sie diktiert dir NICHT dein Leben vor. Sie gibt dir die Möglichkeit auf Ihre Art deinen Weg zu finden, deine Richtung zu suchen, neue Ziele zu finden und bringt dich durch ihre Methoden zu mehr Orientierung, Halt, Stabilität und Sicherheit. Ich habe meine Kids in Ihre Hände gelegt, und erkämpfen uns mehr Leichtigkeit zurück. Ich hatte immer Angst wieder in dieses tiefe schwarze Loch zu fallen, gerade weil ja alle sagen: „Puh, nach sechs Monaten, bricht alles über dich ein!“ Doch ich sag Euch, ich bin nicht eingebrochen! Ich lerne mich durch das Coaching immer mehr kennen, weiß das ich stark bin, was ich erreicht habe und stehe sogar plötzlich für mich ein! Wow wie krass ist das denn bitte? Dieses Bild hatte ich vorher nicht von mir, ich habe mich klein gemacht (beruflich), habe vieles über mich ergehen lassen, ohne das ich es merkte. Selbst Roman sagte immer: „Mensch Netty, warum reißt du dir immer deinen A… auf? Es dankt dir keiner?“ und ich sah das immer anders, ich bin davon ausgegangen, dass Sie mich irgendwann sehen und meine Leistungen trotz, der ganzen Hintergründe einfach angemessen würdigen. Erst durch den Verlust und dank Annes lebensverändernden Coaching, verstand ich was Roman immer sagen wollte. „Verkauf dich nicht unter Wert“! Ich wurde feinfühliger, sensibler auf Emotionen, auch von Anderen und Stärker. Ich fühlte mich plötzlich, und das ist nicht übertrieben wie der Phönix, der aus der Asche wiedergeboren worden ist.

Annes Repertoire an Möglichkeiten scheint schier unendlich, sie bildet sich stetig weiter, probiert selbst aus und da, wo sie persönlich Zugang findet, nutzt sie ihr Wissen, gern für Ihre Schützlinge und gibt es mit Liebe weiter. Sie ist extrem vielseitig und findet immer die richtige Methode, wie zum Beispiel Ihr Pferdecoaching mit ihrem Seelenpferd Follow. Die Kinder und ich kamen in den Genuss dieses bei Ihr zu erleben. Es sind seitdem, Knoten gelöst worden, die vorher nicht erkennbar waren und wir somit mehr in die ehrliche Kommunikation gehen können. Wir können Wünsche und Träume erkennen und gemeinsam neue Ziele entwickeln. Es ist alles möglich! 

Selbst wenn du glaubst, du ertrinkst gerade in einem Schwall an Prüfungen, Hindernissen oder an alltäglichen Dingen, kannst du sie anrufen und sie holt dich systematisch aus dieser Enge. Ich kann über so viele Erlebnisse mit Ihr berichten und kann auch versuchen Euch zu überzeugen dieses Coaching zu buchen, ABER nö, das liegt mir fern, denn merke: Das was du aus deinem Leben machst, liegt nur an dir selbst. Stellst du dir dieselben Fragen wie ich, weißt aber nicht wie du Ordnung in dieses absolute Caos bekommen sollst, dann bist du hier richtig. Dann fehlt nur noch der Entschluss.

Wählst du allerdings für dich immer andauernde Trauer und möchtest du in Selbstmitleid baden und wirst getriggert durch andere Schicksale, die du aufgreifst und du weiter versinken möchtest, dann ist auch dass deine Entscheidung, aber sei dir bewusst du bist stark, denn du hast dich für diesen Weg entschieden. Allerdings ist das Leben so geil, dass du dich jeden Tag aufs neue Entscheiden darfst, wie du weitergehst! Ich wählte den Weg, raus aus der Trauer und wieder rein ins Leben. Der Weg ist nicht leicht, aber er führt zur Leichtigkeit. Nur dieser Weg gab mir die Kraft an mich zu glauben, an das was noch möglich ist, an das was noch kommen mag. Ich kann heute sagen, ein Jahr und sechs Monate nach Romans Tod, dass wir unser Lachen und der Beginn eines neuen Lebens wieder haben, wir neue Ziele haben und im Sommer, sofern die äußeren Umstände es zulassen, auf eine Art „Roman Gedächtnisreise“ gehen werden. Wir fliegen an dem Ort unseres letzten gemeinsamen Urlaubs. Die Kinder und Ich sind gemeinsam gewachsen, gestärkt und tragen Papa im Herzen.

Gebt mir, bitte die Möglichkeit ein paar Worte, an die Hauptfigur meines Lebens zu veröffentlichen.

An Roman…

Ich liebe dich, so unglaublich und danke dir dafür, dass du uns diese wunderbaren Jahre schenktest, uns das Leben zeigtest uns Lachen geschenkt hast uns Liebe, Geborgenheit und Sicherheit hast spüren lassen. Wir durften vom Glück kosten und versprechen dir, dich stolz zu machen, für uns zu kämpfen und dein Vermächtnis weiterzutragen, bis das unsere Uhr abläuft und wir uns wiedersehen. Wir werden weiterhin mit dir ein Bierchen zum Fussball trinken, deinen Geburtstag feiern und dir eine Lichterlandebahn bauen an dem Tag als du uns genommen wurdest. Du bleibst unvergessen, doch wir wissen auch Engel müssen reisen.

In ewiger Liebe und Dankbarkeit

Janet, Leon und Paul

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